Samstag, 16. Juni 2012

Soll Leben in der Stadt unterbunden werden?

Wenn ich mir diesen Bericht in der neuesten Berzirkszeitung ansehe, muß ich die Frage stellen, ob Frau Jerusalem ihr eigenes Wählerpublikum vergrämen will. Denn die neuen In-Lokale am Naschmarkt werden bekanntlich zu einem großen Teil von den Angehörigen der Bobo Generation frequentiert, die seit dem Ausscheiden der Liberalen aus dem Landtag und den Bezirksparlamenten zu einem nicht unerheblichen Teil grün wählen. Oder gehört sie schon zu jener Generation, die glaubt, das Leben in der Stadt müsse um jeden Preis unterbunden werden. War ihr der alte Naschmarkt der 80er Jahre lieber, als noch um 18:00 Uhr die Rolläden dicht machten?


Freitag, 8. Juni 2012

Was soll der Dummschwatz?

Wieder mal denkt man viel zu laut über Kontrollen an den europäischen Binnengrenzen nach. Diese wären etwa so sinnvoll, als würde man die Autobahnpolizei mit Mopeds auf die Jagd nach Temposündern schicken. Und  daß es auch ohne uniformierte Beamte Kontrollen gibt, dürfte offenbar noch nicht vielen aufgefallen sein. Big Brother is still watching you.


Daß sich die Parlamentarier dagegen wehren, übergangen worden zu sein ist das Mindeste, was man als Wähler sich von ihnen erwarten muß. Wenn man nicht den Anfängen wehrt, können eines Tages auch wieder solche Zustände Einzug halten.

Sonntag, 22. April 2012

Je kleiner der Garten, umso höher der Zaun


Wer die Gegenden dieser Welt einander vergleicht, dem wird ein besonderes Charakteristikum dieses Landes besonders auffallen. Die vielen Kleingärten an den Rändern der großen Städte sind so gut wie immer von Zäunen und Hecken umgeben. Unzweifelhaft kann man erkennen, daß die Zäune umso höher sind, je kleiner die Gärten. Offensichtlich treibt das subjektive Sicherheitsbedürnis die Menschen dazu, sich freiwillig hinter hohen Zäune selbst einzukerkern. Sicher fühlen können sich dafür die Einbrecher, die hinter den hohen Zäunen unbemerkt von der Öffentlichkeit und Nachbarschaft das Haus ausräumen können. Wie man sieht: Ein Schuss, der nach hinten geht.

Freitag, 20. April 2012

Eine Grenze wurde verschoben und niemand hat es bemerkt.


2009 kam es mitten in Europa zu einer Grenzverschiebung, aber die meisten wissen bis heute nichts davon. Es gab kein Säbelrasseln, keine diplomatischen Protestnoten, keinen Aufmarsch von Armeen und auch keinerlei Proteste. Es wurde ganz einfach vollzogen. Die Grenze zwischen Mariahilf und Wieden, die mitten durch den Naschmarkt verlief wurde auf die Rechte Wienzeile verlegt. Nun also ist der Naschmarkt zur Gänze mariahilfisch. Und der neue Grenzverlauf wird von keiner Partei bestritten. Es wurde von Wieden nicht mal eine Entschädigung für den Verlust des Territoriums begehrt. Und da der Naschmarkt weiterhin für alle Menschen frei zugänglich ist, interessiert es niemanden, welcher Verwaltungseinheit dieser zugeteilt ist. Gleiches, sollte man meinen müsste wohl auch für Staatsgrenzen gelten, denn ein Staat ist weder eine Familie noch eine Gemeinschaft, weder ein Subjekt noch ein Individuum, sondern schlichtweg eine Verwaltungszone. Grenzverschiebungen sind, wenn es verwaltungstechnisch sinnvoll ist, durchaus legitim und für niemanden ein Nachteil. Der Unterschied: Bezirke haben keine Armeen, Staaten dagegen schon. Wenn man endlich mal damit beginnt, den Staaten ihre Armeen wegzunehmen, ist es ein für alle mal ausgeschlossen, daß um sinnloser Grenzen wegen bewaffnete Auseinandersetzungen geführt werden.