Sonntag, 30. Juni 2013

Ursache und Wirkung


Es ist ein weit verbreitetes Problem, daß es sehr viele Menschen gibt, die Ursache und Wirkung verkennen.

Dazu folgendes Beispiel: Wenn eine Mutter oder ein Vater einen Wagen gegen einen Baum steuert und das mitfahrende Kind dabei verletzt wird, dann wird es zur Behandlung seiner Verletzungen von der Rettung in ein Spital gebracht.
In Verkennung der Ursache wird es dort, wenn ihm etwa ein Bein in Gips gelegt wird, eine Abneigung gegen die Ärzte und das Pflegepersonal entwickeln und lautstark nach der Mutter schreien, auch wenn diese die eigentliche Verursacherin des Problems ist.

Nicht anders zu betrachten ist das augenblickliche Verhältnis der Menschen in Europa zur EU und zu ihrem jeweiligen Nationalstaat.

Die Nationalstaaten haben durch verantwortungslose und kurzsichtige Politik, die immer nur auf die kommenden Wahlen ausgerichtet war eine schwere Krise ausgelöst.
Nur durch die Bemühungen der Institutionen der EU konnten die Folgen abgemildert, und verhindert werden, daß es bisher nicht zu einem Totalzusammenbruch der Wirtschaft gekommen ist. Und als größte Leistung muss hervorgehoben werden, daß die Nationalstaaten daran gehindert wurden, sich so wie in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts protektionistisch abzuschotten. Wie man heute weiß, wurde damals gerade dadurch die Krise zur echten Depression.

Dennoch schenken viele Menschen den verantwortungslosen Krawallmedien Glauben, die diese offenkundige Krise der Nationalstaaten zu einer Krise der EU umdeuten und entwickeln eine Abneigung gegen die EU und verlangen nach mehr Renationalisierung.

Mehr Aufklärung wäre jedenfalls dringend vonnöten.


Mittwoch, 26. Juni 2013

Brüssel oder Peking?

 Nun ja, es ist nicht alles geistreich, was in den Brüsseler Denkfabriken beschlossen wird. Aber verdammen sollte man es dennoch nicht, denn wir Europäer haben letztendlich nur 2 Optionen.

Entweder fallen unsere politischen Entscheidungen wie bisher in Brüssel, oder wenn jene, denen dies nicht gefällt die Oberhand gewinnen sollten, dann werden sie wohl in Peking getroffen; ohne daß wir in irgendeiner Weise darauf Einfluss nehmen könnten.
Und dann wird es auch mit Humanismus, Menschenrechten und sozialen Sicherungssystemen - den europäischen Klassikern - vorüber sein.

Wir Europäer sind dann nur noch die Bauern auf dem Schachbrett der Großmächte. 
Daran sollte man immer denken!


Freitag, 21. Juni 2013



Mindestens 4 mal schlug er im vergangenen Jahrhundert zu. Zuletzt zertrümmerte er in den 90er Jahren Jugoslawien, was hunderttausende Opfer und noch viel mehr seelische Wunden nach sich zog. Dabei war dies gar kein unabwendbares Ereignis, wie so oft behauptet wurde, sondern wäre durchaus vermeidbar gewesen, wäre man dem Aggressor frühzeitig genug entgegengetreten. Dann könnten wir heute zwischen München und Athen mit dem ICE fahren.

Aber der bösartigste und gefährlichste aller Aggressoren ist leider immer noch nicht tot - es ist der Nationalismus. Und er sitzt nicht jenseits von imaginären Grenzen anderer Staaten, sondern ist mitten unter uns. Mitunter begegnet er uns tagtäglich in Gestalt von oberflächlich sehr netten Menschen.

Wie man ihm wirksam Einhalt gebieten kann, darüber gibt es sehr kontroversielle Ansichten. Aber gerade diese Kontroversen machen den Aggressor oft stärker als er tatsächlich ist. Ein koordiniertes Vorgehen erscheint daher vonnöten.

Freitag, 17. Mai 2013

Sind sie Europäer wirklich so unterschiedlich?

 Wieder mal trommeln die Euroskeptiker: "Was haben denn Skandinavier und Sizilianer gemein, daß man sie in einem gemeinsamen Staatswesen integrieren könne".
Merkwürdigerweise hat noch niemand mal gefragt, was Puertoricaner mit den Eskimos in Alaska gemein haben könnten.
All jenen, die das immer wieder hinaus posaunen würde ich mal raten,  eine kleine Rundtour durch die europäischen Großstädte zu machen und dabei vor allem die Jugend zu beobachten. Auch wenn Europa eine alternde Gesellschaft ist, ist die fernere Zukunft immer das, was ausschließlich den Jungen gehört.

Und diese verwenden egal ob in Rom, Paris, oder Helsinki überall die gleichen I-Phones,
sie kommunizieren über Facebook, Twitter etc. mit anderen Jugendlichen, die hunderte, wenn nicht sogar tausende Kilometer entfernt sind, schließen dort  Bekanntschaften, Freundschaften oder finden dort in vielen Fällen sogar den Lebens(abschnitts)partner.
Sie tragen überall die gleichen Klamotten von Lacoste, Benetton, Boss etc., essen bei Burger  King, Mc Donalds oder Vapiano und sehen im Kino die selben Filme (wenn auch in unterschiedlicher Synchronisation).

Die junge Intelligenz ist meist stolz darauf, in mehreren europäischen Universitäten studiert  oder ein Auslandspraktikum absolviert zu haben. Mit nationaler Identität haben nur noch sehr wenige etwas auf dem Hut.
Und sie wissen, daß das größte Passagierflugzeug der Welt nicht von den USA, nicht von Deutschland, nicht von Frankreich und nicht von Großbritannien gebaut wird, sondern von den Europäern in gemeinsamer Kooperation.

Das sind die Europäer der Zukunft.


Freitag, 12. April 2013

Das Licht und die Hysterie


Seit mehr als 2 Jahren hat in den Medien und zahlreichen Internet-Foren eine neue Wortschöpfung Einzug gehalten: "Glühbirnenverbot". Das Wort "Verbot" macht sich ja immer gut, weil es den Menschen suggerieren soll, es wäre etwas verboten worden. Aber die Glühlampen brennen noch immer und wir sitzen auch nicht im Dunklen, und sie wurden auch nicht verboten. Es wurden nur Energieeffizienzklassen eingeführt, mit denen Grenzwerte für den Energieverbrauch festgelegt wurden, so wie es ja auch für Kraftfahrzeuge Grenzwerte für die Schadstoffe gibt, die sie in die Luft blasen dürfen. Letztere gibt es übrigens schon seit 1986 und deren Einführung verteuerte damals die Anschaffungskosten für Neuwägen um satte 10 - 15 %. Natürlich waren die Leute damals nicht besonders erfreut darüber, aber eine Hysterie wie sie derzeit bezüglich der Leuchtmittel stattfindet war damals nicht zu beobachten. Einige klagten darüber, daß populäre Fahrzeugmodelle wie etwa der Käfer oder die Ente nicht mehr angeboten wurden, aber niemand wäre auf die abstruse Idee gekommen, deswegen etwa von einem "Kraftfahrzeugverbot" zu sprechen. Rückblickend aber kann der Erfolg der damals unpopulären Maßnahmen nicht geleugnet werden. Die Wälder haben sich weitestgehend regeneriert und in den Städten gibt es atembare Luft. Wenn ich heute mit meinen schon fast erwachsenen Kindern durch die Stadt gehe und irgendwo eine Ente sehe sage ich Ihnen: "Seht mal hier ist noch eine Ente" Wenn ihr Motor gestartet wird, ist es aber ratsam, einen Respektabstand zu halten oder sich nötigenfalls die Nase zuzuhalten, anderenfalls man ein Gefühl dafür bekommt, wie es früher in unseren Städten roch. Vielleicht können meine Kinder den ihren in einigen Jahren mal Zeigen: "Seht mal, hier brennt noch eine alte Kohlenfadenlampe; greift sie ja nicht an, denn Ihr verbrennt Euch sonst die Finger.