Sonntag, 14. September 2014

Selbstbestimmte Individuen als Schlüssel zum Frieden.

Es kann niemals gut sein, wenn eine Einzelperson mit zu viel Macht ausgestattet ist. Dies trifft auf Wladimir Putin ebenso, wie auch auf den US-Präsidenten zu. Bei letzterem ist aber immerhin längstens nach 8 Jahren Schluss mit der Macht. Aber auch 8 Jahre genügen um irreparablen Schaden anzurichten, was am Beispiel Irak deutlich zu Tage tritt.

Hier präsentiert sich gerade die Europäische Union als vorbildliche Alternative, wo die Macht auf sehr viele Personen und Gremien verteilt ist. Aber gerade deshalb ist sie auch sehr schwerfällig und benötigt sehr viel Zeit, um sich zu einer Entscheidung durchringen zu können. Das ist grundsätzlich gut, kann aber manchmal auch fatale Folgen haben, wenn der Entscheidungsprozess zu lange dauert.
Europa steht vor der Herausforderung, die angemessenen Mittel zu finden um nicht wieder zum Spielball außereuropäischer Mächte zu werden, wie dies vor 1989 der Fall war. Die letzten 5 Jahre waren von den Bemühungen geprägt, die spekulativen Angriffe auf seine neue Währung, die auf eine Zerstörung derselben abzielte, abzuwehren, was im Wesentlichen geglückt sein dürfte.
Heute steht Europa vor der Herausforderung, sowohl im Inneren dem Erstarken rechtsnationalistischer, meist von Moskau unterstützter Bewegungen, etwas entgegensetzen zu müssen, wie auch dem neuen Expansionsdrang des russischen Präsidenten mit angemessenen aber gewaltlosen Mitteln die Missbilligung zum Ausdruck zu bringen.

Die Abfolgen von wirtschaftlichen Sanktionen, die bisher mit Gegensanktionen beantwortet wurden führen zwangsläufig zu einem wirtschaftlichen Schaden für die betroffenen Unternehmen, sowohl in Russland, wie auch in Europa. In Europa macht sich bereits der Widerstand dagegen bemerkbar. Ob dies in Russland auch der Fall ist, das wissen wir noch nicht so genau, weil diesbezüglich nur spärliche Informationen durchsickern.
Dennoch deuten einige Indizien darauf hin, dass die Entbehrungsbereitschaft in der russischen Bevölkerung größer zu sein scheint, als dies in Europa der Fall sein dürfte – ein Trumpf für Wladimir Putin, der diesen mit Sicherheit auszuspielen weiß.

Europas Anstrengung müsste demnach darauf abzielen, den Menschen in Russland klar zu machen, dass es für alle zweckdienlich ist, sich selbst mehr zu lieben als seinen Staat. Nur wenn das gelingt, kann die Krise zu einem baldigen Ende gelangen. Ein Schritt in die richtige Richtung könnte auch in einer Asylgewährung für desertierende russische Wehrpflichtige bestehen.


Und wenn man im Osten Österreichs lebt, sollte man sich eines in Erinnerung rufen: „Was geht uns die Ukraine an“ dachten die meisten Menschen in Österreich auch bis zum 26. April 1986. Erst als der radioaktive Regen über Österreich niederprasselte, bemerkten viele, dass die Ukraine näher ist, als man es wünschte. Die Westgrenze der Ukraine liegt Wien näher als die Ostgrenze der Schweiz.

Donnerstag, 11. September 2014

David und Goliath

Mehr als 6 Monate dauert die Krise zwischen Russland und der Ukraine
nunmehr 
schon an. Obektive glaubhafte Informationen zu bekommen ist schon alleine deswegen schwierig, weil unbefangene Berichterstatter meist daran gehindert werden, umkämpfte Gebiete zu betreten. Umso schwieriger ist daher auch die Bildung einer individuellen Meinung.

Deshalb will ich mich in meiner Betrachtung auf jene erwiesenen Fakten stützen, die von niemandem mehr in Abrede gestellt werden können.

Das erste gesicherte Faktum ist, dass die Entmachtung von Wiktor Janukowytsch durch einen Misstrauensantrag des Parlamentes unter gleichzeitiger Ankündigung einer Neuwahl erfolgte. Man sollte meinen, dass dies einen ganz normalen demokratischen Vorgang darstellt. Ob es auch verfassungskonform war, ist eine Frage die nur Juristen klären können. Die Behauptung, es habe sich um einen Putsch gehandelt ist aber in jedem Falle unzutreffend:

 

Ein Putsch (auch Staatsstreich oder französisch Coup d’État [ˌkudeˈta] genannt) ist eine oft überraschende, meist gewaltsame Aktion eines Teils der Staatsorgane (oder einer Gruppe davon; oft handelt es sich z. B. um das Militär oder einen Teil davon) mit dem Ziel, die Regierung zu stürzen und die Macht im Staat zu übernehmen.[1] Putschisten sind in der Regel hohe Militäroffiziere oder Führer paramilitärischer Organisationen. Es kommen aber auch andere „Putsche“ vor, z. B. in der Schweiz im Jahre 1839 der sog. „Züriputsch“ zur vorübergehenden (bis 1845 dauernden) Ausschaltung des Liberalismus im Kanton Zürich.
Häufig folgt auf einen Putsch eine Militärdiktatur oder die Herrschaft eines autoritären Regimes.
(Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Putsch)

 


Zweites unwiderlegbares Faktum ist, dass die Halbinsel Krim durch Russland widerrechtlich okkupiert und annektiert wurde. Für eine derartige Vorgangsweise existiert keinerlei Rechtsgrundlage. Es ist in Europa seit 1945 allgemeiner Grundkonsens, dass Grenzveränderungen ausschließlich im Einvernehmen aller beteiligten Staaten und Volksgruppen, keinesfalls jedoch unter Anwendung militärischer Gewalt erfolgen dürfen. Weder die ethnische Zusammensetzung der Bevölkerung, noch die Geschichte dürfen als Rechtfertigung für eine solche Vorgangsweise herhalten.

Aus diesen obengenannten Fakten, möge jeder seine Sicht der Dinge selbst herausbilden.
Ein kleiner Denkanstoß dazu kann vielleicht ganz nützlich sein:

David ist klein und schwach, aber sehr klug. Klug genug um zu wissen, dass er in einem Kampf mit Goliath der Unterlegene sein muss.
Goliath ist groß und kräftig, besitzt aber nur ein Hirn, das nicht größer als eine Pflaume ist.
David weiß aber, dass er Goliath nur mit List gewachsen sein kann.


Es möge jedem unbenommen bleiben, selbst die Entscheidung zu treffen, mit David oder mit Goliath zu sympathisieren, so lange man sich nicht hinterher darüber beklagt.

Donnerstag, 24. April 2014

Dekadenz - ja bitte!

"Europa ist dekadent", so sprach neulich der große kleine Zar im Kreml. Und an einem anderen Ort, jenseits des großen atlantischen Ozeans gibt es eine Gruppe, die sich Tea Party nennt und sich auch dem Kampf


gegen die Dekadenz auf ihre Fahnen geheftet hat. Ob letztere aber auch weiß, wo Europa ist, darf mit Recht bezweifelt werden.

Das Wort ist ein fester Teil der Kampfrhetorik totalitärer Systeme und gilt als abwertende Bezeichnung für das Streben des Menschen nach Freiheit und Individualismus. Und genau deswegen hat die Dekadenz viel mehr Bewunderer als Gegner. Im Grunde genommen ist sie genau das, was unser schönes Europa so lebens- und liebenswert macht.
In der Ukraine gehen die Menschen auf die Straße, weil sie sehnsüchtig nach der europäischen Dekadenz streben und auch in Russland gibt es Bürgerrechtsgruppen wie etwa Pussy Riot, die wegen ihres Wunschtraumes schweren staatlichen Repressalien ausgesetzt sind. Es darf niemanden verwundern, wenn sich der große kleine Zar im Kreml davon bedroht fühlt, da ein Durchbruch der Dekadenz in seinem Reich zweifelsohne das Ende seiner Macht und jener der Oligarchen nach sich zöge.

Aber die Dekadenz hat besonders im vergangenen Jahrhundert die blutrünstigsten Regime und die mörderischsten Kriege überlebt. Sie wird auch die gegenwärtigen Krisen überleben. Europa ist auch ohne Waffen stark.





Sonntag, 13. April 2014

Wetten dass .....................

Wetten, dass die meisten nicht in der Lage sind, den tieferstehend abgebildeten Köpfen die richtigen Namen zuzuordnen?

  

Ich würde diesen Menschen empfehlen, sich darüber kundig zu machen oder am Wahltag zuhause zu bleiben. Es sind nämlich die Spitzenkandidaten, die zur Wahl stehen.
Um deren Namen zu lesen, muss man ein Stück nach unten scrollen.























































Martin Schulz

Jean-Claude Juncker

Guy Verhofstadt


Montag, 7. April 2014

Über die Liebenswürdigkeit des Schmelztiegels

In der Küche werken Türken, die die wohlschmeckenden Mahlzeiten für die hungrigen Mittagsgäste
zubereiten. Seviert werden sie von jungen Deutschen aus den neuen Bundesländern. Und genau das ist die wundervolle Vielfalt des europäischen Schmelztiegels, die ihn so liebenswert macht. Keine Spur von "Einheitsbrei" oder "Einheitsmenschen" wie dies von Ewiggestrigen immer wieder an die Wand gemalt wird. Wenn es irgendwo einen "Einheitsbrei" geben sollte, findet man diesen eher noch in der tiefen Provinz.

Freitag, 21. März 2014

Honig oder Sirup - die unerwünschte Nebenwirkung

Menschen sind biologische Geschöpfe und diese haben es nun mal so an sich, dass sie sich ernähren müssen. Und so gut wie alle haben natürlich auch den Wunsch, sich gesund zu ernähren. Auch wenn dieser Wunsch oft nur halbherzig umgesetzt wird, da wir ja alle wissen, dass nicht alles was gut schmeckt auch gesund sein muss.
Aber eines wollen wir dennoch: Wir wollen wissen, was wir essen. Und diesem Umstande trägt auch der Gesetzgeber Rechnung, indem er den Herstellern von Nahrungsmitteln vorschreibt,
dass auf den Verpackungen draufstehen muss, was drinnen ist. Wer will denn schon etwa einen Honig kaufen und später feststellen, dass dieses Produkt, das wie Honig schmeckt und aussieht in Wirklichkeit ein Gebräu aus einer Chemiefabrik ist. Weil das niemand will, wurde die Vorschrift erlassen, das sich nur Honig nennen darf, was von fleißigen Bienen produziert wurde. (Randbemerkung: Es mag wohl für alle ein Glück sein, dass die fleißigen Bienen noch nie auf die Idee gekommen sind, sich gewerkschaftlich zu organisieren und ohne Ansprüche zu stellen immer noch den Honig produzieren) Nun könnte man wohl meinen, dass alle mit der Regelung zufrieden seien: Wo Honig drauf steht muss auch Honig drinnen sein.
Was natürlich niemand wusste, dass man auf einer kleinen Insel im Atlantik aus den dort reichlich vorhandenen Palmen einen Saft namens Guarapo zapfte, der dort zu einem köstlich
schmeckenden braunen Sirup verarbeitet wurde. Und dieser wurde schon seit Urzeiten fälschlicherweise „Miel de Palma“ (Palmenhonig) genannt.
Über viele Dekaden hindurch konnte man diesen nur 1000 Meter über dem Meer in der Casa Efigenia erstehen. Efigenia, die Hausherrin füllte dieses Produkt in Glasflaschen ab, die mit
einem Kork dicht verschlossen wurden, damit sie auf dem Transport in den Reisekoffern der Käufer nach Nord- und Mitteleuropa nicht auslaufen konnten. So lange Efigenia den Alleinvertrieb darüber hatte, störte es auch niemanden, dass sie einen Honig verkaufte, der gar kein Honig war.
Aber es sprach sich herum, dass diese Köstlichkeit sehr begehrt war und so begannen auch andere mit der Abfüllung in größere und kleinere Flaschen, die schließlich in den Supermärkten der Insel Einzug hielten. Inzwischen begann man auch auf der ungleich größeren Nachbarinsel mit der Produktion des „Palmenhonigs“ und auch dort hielt er Einzug in die Lebensmittelmärkte. Und weil es inzwischen auch viele Menschen gibt, die dieses Produkt erstehen wollen ohne deshalb eine Flugreise unternehmen zu müssen, wird er nun auch exportiert.
Und so wurden schließlich auch die Gesetzeshüter wachgerüttelt und beanstanden nun, dass Honig ein geschützter Begriff ist, der auf das Produkt der fleißigen Bienen beschränkt ist. Aber
sie kommen deswegen nicht gleich mit der Keule, sondern nur mit dem Vorschlag, das Produkt in Hinkunft Palmensirup zu nennen. Die Produzenten dagegen verteidigen ihre alte Tradition, ihr Erzeugnis weiterhin Palmenhonig nennen zu dürfen, weil er eben immer schon so hieß.
Ob und  inwieweit es diesbezüglich zu einer Kompromisslösung kommt, wenn sich etwa auf der Flasche ein eindeutiger Hinweis findet, dass es sich nicht um einen Honig handelt, sondern nur um eine traditionelle Bezeichnung, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht absehbar.

Fest steht nur, dass auch sinnvolle Vorschriften selten aber doch unerwünschte Nebenwirkungen haben können.